Biotechnisches Verfahren
Die Orthokin-Therapie setzt im Gegenteil zu anderen konservativen
Maßnahmen, die lediglich symptomatisch behandeln, direkt
am Krankheitsgeschehen an.
Bei Orthokin handelt es sich um ein aus Blutserum des Patienten
hergestelltes Injektions-Präparat zur Behandlung der
Arthrose des Kniegelenkes.
Interleukin-1 (IL-1), ein Zytokinin des Immunsystems, spielt
eine Schlüsselrolle bei der Aktivierung von degenerativen
Gelenkerkrankungen. Eine Antagonisierung dieser Substanz kann
somit zur Therapie der Arthrose eingesetzt werden.
Der Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist (IL-1 Ra) kommt natürlicherweise
im Blut des Menschen vor und greift in den physiologischen
Mechanismus des Knorpelverschleiß ein. IL-1 Ra wirkt
Entzündung, Schmerz und Knorpelabbau entgegen.
Zunächst wird dem Patienten in der Praxis mit Spezialspritzen
venöses Blut entnommen. Durch Inkubation bei 37°
C werden die im Blut vorhandenen Monozyten zur starken Produktion
des körpereigenen Immunproteins Interleukin - 1 - Rezeptor-
Antagonist (ein „Gegenspieler“ des Interleukin-1)
angeregt.
Durch Zentrifugieren wird das Serum von den Blutzellen getrennt
und gewonnen. Das angereicherte Serum wird dann in mehreren
Einzelportionen (6-8 Injektionen) direkt in das arthrotisch
veränderte Kniegelenk gespritzt. Die Injektion wird in
lokaler Betäubung der Einstichstelle durchgeführt
und ist daher in der Regel schmerzfrei.
Mehrere klinische Studien belegen die Sicherheit des Verfahrens
und die hohe Wirksamkeit. Es treten nur selten Nebenwirkungen
oder allergische Reaktionen auf, da es sich um weitgehend
körpereigene Wirkstoffe handelt.
Die Wirkung dieser biotechnischen Therapie mit Orthokin auf
den Gelenkverschleiß hält normalerweise über
mehrere Monate bis Jahre an. Die Schmerzen verringern sich,
und der Entzündungszustand nimmt ab. Die Belastbarkeit
des Kniegelenkes kann dadurch sowohl in beruflicher als auch
in sportlicher Hinsicht deutlich erhöht werden.